Management in Skizzen II

Bilder prägen das Denken

Netzwerke entwickeln - Über welche Stufen Netzwerke zu einer gemeinsamen Strategie kommen.

Mario Weiss

Viele Aufgaben in unserer Gesellschaft benötigen heute die Zusammenarbeit von Menschen aus unterschiedlichen Organisationen und Systemen. Damit solche Netzwerke und Zweck-Organisationen gemeinsame wirkungsvolle Ergebnisse erzielen können, braucht es spezifische Vorgehensweisen und Entwicklungsprozesse.

Solche netzwerkartigen „Zweck-Systeme“, zu denen auch Verbände und Kammern zählen, benötigen andere Arbeitsformen als traditionelle hierarchische Organisationen, um an den Themen und Herausforderungen gut gemeinsam arbeiten zu können und gewünschte Ergebnisse zu erzielen.

Die obige Skizze zeigt eine typische und erprobte Arbeitsform, wie solche Zweck-Organisationen arbeitsfähig und erfolgreich werden können. In fünf Phasen baut sich eine immer stärke Abstimmung und Zusammenarbeit auf. Die Entwicklung solcher Systeme kann unterschiedliche Stufen erreichen. Manche Netzwerke kommen über Stufe 2 – Informationsaustausch, nicht hinaus. Andere organisieren ein gemeinsames Lernen und schaffen Kooperationen zwischen einzelnen Personen oder der ganzen Gruppe. Zum Teil gelingt es solchen Systemen aber auch, eine abgestimmte gemeinsame Strategie aller beteiligen Personen und Organisationen zu gestalten.

Im Folgenden werden die fünf Entwicklungsstufen von Netzwerkorganisationen kurz skizziert. Die einzelnen Phasen sind nicht strikt voneinander trennbar.

Stufe 1:

Ausgangspunkt sind fest installierte, wiederkehrende Begegnungsräume. Diese Begegnungsräume sind immer mit einem persönlichen Treffen von Personen verbunden. Durch soziale Medien können diese persönlichen Treffen unterstützt, aber nicht ersetzt werden. In dieser ersten Stufe wird auf ein stimmiges Klima der Begegnung sowie auf die Sprach- und Kommunikationskultur geachtet.

Stufe 2:

Der systematische Informationsaustausch dient dazu, alle relevanten Informationen aus der Branche oder zu einem bestimmten Thema auszutauschen. Geeignete Methoden dafür sind Informationsmärkte in der Form von Nachrichten – kurze Infos im Nachrichtenformat zu dem, was alle anderen interessieren könnte.

Stufe 3:

Schon ein systematischer Informationsaustausch kann zu Lernimpulsen führen. Gezieltes gemeinsames Lernen durch Impulsvorträge, Best Practices oder Lernreisen fördern Tiefe und Qualität. Durch einen gemeinsamen Themen- oder Branchenfokus entsteht in der Regel eine differenzierte und qualitative Auseinandersetzung mit den Lernthemen. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die TeilnehmerInnen der Gruppen nicht im Wettbewerb stehen, da dies Probleme mit einer Offenheit und des Teilens von Wissen mit sich bringt.

Stufe 4:

In dieser Stufe erreichen die Plattformen die Grundlage für gemeinsame Aktivitäten und Kooperationen. Meist beginnen zwei oder drei Personen sich gemeinsam für eine Aufgabe oder ein Thema zu interessieren und starten Initiativen oder beginnen mit einem abgestimmten Projekt. In dieser Stufe ist die Gefahr der Abspaltungen der kooperierenden Partner vom Rest der Gruppe groß. Daher ist Transparenz zu Initiativen und Projekten eine Spielregel, die ganz am Beginn des Entwicklungsprozesses vereinbart werden sollte.

Stufe 5:

Wenn es nun gelingt über einzelne Initiativen und Projekte hinausgehend bestimmte Wege, Vorgehensweisen oder Muster zu strategischen Zielen abzustimmen, dann werden gemeinsame Strategien konzipiert. Die Partner kommen überein in einem bestimmten Themenfeld oder für ein bestimmtes Ziel ihre autonomen Verhaltensweisen abzustimmen und gemeinsame Wege zu beschreiten.

Weitere Informationen:
Dr. Mario Weiss
Trigon Klagenfurt
mario.weiss@trigon.at

Manangement in Skizzen  2
Bilder prägen das Denken
Diese  Serie ist die Weiterarbeit am Buch: Management in Skizzen von Mario Weiss, erschienen im Haupt Verlag.